Die 3 Gründerväter der “Zillerthalbahn Actiengesellschaft” 1895

Gründerväter Zillertalbahn

Von links nach rechts:
Franz II Prantl, Dr. Raimund Rainer und sitzend LA Kaspar Schneider

Am 25. November 1892 fand eine Versammlung sämtlicher Gemeindevorsteher und angesehener Persönlichkeiten statt, bei der ein “Bahnkomitee” gegründet wurde. Aber erst zweieinhalb Jahre später, am 21. April 1895, wurde der Bau der Eisenbahn endgültig beschlossen. Das Bahnkomitee bestellte die Aktionäre Kaspar Schneider, Landtagsabgeordneter aus Zell, den Fügener Arzt Dr. Raimund Rainer und den Jenbacher Hotelier Franz II Prantl als Konzessionswerber. Am 2. Dezember 1895 übergab der k & k Eisenbahnminister Heinrich von Wittek die “Concessions-Urkunde” und damit konnte am 26. Dezember 1899 die “Zillerthalbahn Actiengesellschaft” gegründet werden. Auf Betreiben Franz II Prantls wurde Jenbach der Ausgangspunkt der Bahnstrecke in das Zillertal. (Quelle: Geschichte der Zillertalbahn, Homepage des Unternehmens, online, Abfragedatum 12.07.2021)

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Aufzeichnungen über den möglichen Bau einer Eisenbahn in das Zillertal finden sich in der Zeller Chronik im Jahr 1897.

Quelle: Zillertal Zeitung, online, Abfragedatum 16.07.2021, extern zum Artikel

„Ende September 1897 fand beim Bräu in Zell am Ziller im Beisein des k.k. Bezirkshauptmannes von Schwaz, Herrn Anton Kneißl, die Versammlung des erweiterten Comitees für die Herstellung einer Bahn statt. Von Seite des Tirolischen Landtages wurden 100.000 und vom Staate 150.000 Gulden zu Bahnbauzwecken bewilligt.“

Damals wurden zwei Projekte verfolgt, und zwar jenes einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn mit dem Kopfbahnhof in Jenbach. Es ist dies die Trasse, wie wir sie heute kennen. Das zweite Vorhaben war jenes, das vom Sägewerks- und Gerberei Fabriksbesitzer Josef Obholzer favorisiert wurde. Dieses sah eine elektrifizierte Strecke mit Normalspur auf der orografisch rechten Seite des Zillers und Brixlegg als Kopfbahnhof vor. „Magnat Obholzer und Consorten“, wie die Verfechter dieser Variante in der Zeller Chronik bezeichnet werden, waren allerdings nicht in der Lage, das Stammkapitel rechtzeitig bereitzustellen. Landtagsabgeordneter Kaspar Schneider, Dr. Raimund Rainer und Franz II Prantl, die federführend für die Errichtung der Zillertalbahn in ihrer heutigen Ausführung verantwortlich zeichneten, waren in der Lage, infolge ihrer Beziehungen zu Politik und Wirtschaft entsprechend zügiger zu agieren, sodass im Reichsblatt vom 6. Dezember 1899 die vier Tage vorher „auf Grund Allerhöchster Ermächtigung ausgestellte Conzessionsurkunde für eine schmalspurige Localbahn von Jenbach nach Mairhofen (sic!) (Zillerthalbahn)“ veröffentlicht wurde. Bereits im Jahre 1898 erfolgten Vermessungsarbeiten, die Grundlage für eine Trassierung waren.

Im Jahre 1899 wird dazu weiters vermerkt: „Am 17. Jänner sind Landtagsabgeordneter Kaspar Schneider, Dr. Rainer von Fügen und Hotelier Prantl von Jenbach in Angelegenheit der Zillerthalbahn nach Wien gereist. In Begleitung des Reichstagsabgeordneten Dr. Fellinger besuchten sie den Minister, hielten mit den Ministerialräten und Sectionschefs Rücksprache, erfuhren Aufklärungen und bekamen die Versicherung der vollen Unterstützung von Seite der Regierung. Sie sprachen auch bei der Electrizitätsgesellschaft „Maion“ vor, welche einen Ingenieur zu schicken versprach, um Localaugenschein zu nehmen. Dann hatten obige Herren mit einigen Finanzgrößen in Innsbruck und mit dem Vertreter der Maion eine Besprechung wegen Finanzierung der Bahn, welche ein günstiges Resultat erzielte.“

Am 2. Oktober 1899 begannen sodann in Jenbach die Erdarbeiten zur Zillerthalbahn, am 28. Oktober in Schlitters. Am 20. Dezember 1900 wurde die Teilstrecke Jenbach-Fügen der Zillertalbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben. Nur sieben Monate sollte es sodann dauern, bis die Bahntrasse bis Zell am Ziller fertiggestellt werden konnte. Dabei wurde auch die neben der Inn-Querung in Rotholz aufwendige Querung des Zillers zwischen Aschau und Zell realisiert. Die letztgenannte Eisenbahnbrücke steht bekanntlich seit dem Jahre 2004 unter Denkmalschutz. Dazu wird in der Chronik festgehalten: „Am 21. Juli wurde das Teilstück Erlach-Zell der Zillertalbahn unter Böllerkrachen, Glockengeläute und Musik feierlich eröffnet. Damit ist nun die ganze Strecke Jenbach-Zell dem Verkehr übergeben. An der Feier, zu der in dem schmucken Zell eine außerordentlich große Volksmenge, zum Teil aus ziemlicher Entfernung zusammengekommen war, nahmen teil der Landeshauptmann Graf Brandis mit mehreren Abgeordneten, Vertreter der Südbahn, Mitglieder des Vollzugsausschusses und andere Festgäste, selbstverständlich auch die Gemeindevorstehung von Zell und Zellberg, Actionäre der Bahn, die k.k. Beamtenschaft, dann die Zeller Schützen mit Fahne und Musik und der Zeller Arbeiterverein mit Fahne, ebenso die Schuljugend mit Fahne. Nachdem der Hochwürdige Herr Dekan Kanonikus Peter Troger die Einweihung vorgenommen hatte, entwickelte sich der Festzug unter dem Spiele der Schlitterer und Zeller Musikkapelle durch das Dorf, über die Brücke, wo die Schützen eine General-Decharche abgaben, die beiden Kapellen weiterspielten und im Gasthof „zur Post“ der Frühschoppen eingenommen wurde, um das fertige Ende der Stellwagenfahrt dem Postmeister gelinder erscheinen zu lassen.“